Fallverzeichnis
Filterbar nach Zeitraum, Land und Kategorie. Jeder Fall zeigt seinen Untersuchungsstatus mit Quellenbeleg.
18 Fälle gefunden
Sommer 2014 – Frühjahr 2015 · US-Ostküste (Warngebiet, generalisiert)
Zwischen Sommer 2014 und Frühjahr 2015 meldeten Marineflieger der Trägergruppe USS Theodore Roosevelt vor der US-Ostküste wiederholt unidentifizierte Objekte: zunächst Radarkontakte nach einem Systemupgrade, später auch Infrarot-Erfassungen und Sichtberichte. Zwei 2015 aufgenommene Bordkamera-Videos (GIMBAL, GOFAST) wurden im April 2020 vom US-Verteidigungsministerium offiziell freigegeben. Die Vorgänge sind Gegenstand offizieller Untersuchungen; konventionelle Erklärungen (u. a. Sensorartefakte, Parallaxe, Fremdgeräte) sind für Teile der Ereignisse vorgeschlagen, eine Gesamterklärung ist nicht dokumentiert.
7. November 2006, ca. 16:15 Uhr Ortszeit · O’Hare International Airport, Gate C17
Am Nachmittag des 7. November 2006 meldeten mindestens ein Dutzend Mitarbeiter von United Airlines und weitere Zeugen am Chicagoer Flughafen O’Hare ein metallisch-graues, scheibenförmiges Objekt, das mehrere Minuten über Gate C17 unterhalb der Wolkendecke schwebte und dann ruckartig nach oben verschwand — zurück blieb nach Zeugenangaben ein scharf umrissenes Loch in der Wolkenschicht. Die FAA verwies nach anfänglichem Dementi (ein Funkmitschnitt wurde per FOIA bestätigt) auf ein Wetterphänomen und untersuchte nicht. Der Fall wurde durch den Chicago-Tribune-Bericht vom 1. Januar 2007 international bekannt; die NARCAP legte 2007 eine technische Analyse vor. Verifiziertes Foto- oder Radarmaterial existiert nicht — der Fall gilt als unaufgelöst bei begrenzter Beweislage.
10.–16. November 2004 · Pazifik vor Baja California (Übungsgebiet der Nimitz-Gruppe)
Zwischen dem 10. und 16. November 2004 registrierte der Kreuzer USS Princeton der Nimitz-Trägergruppe vor der Küste Südkaliforniens/Baja Californias über mehrere Tage wiederkehrende Radarkontakte mit ungewöhnlichen Höhenwechseln. Am 14. November wurden zwei F/A-18F-Besatzungen zum Abfangen geschickt: Kommandant David Fravor und Pilotin Alex Dietrich beschrieben ein weißes, längliches Objekt („Tic Tac“) ohne sichtbare Trag- oder Steuerflächen über einer gestörten Wasseroberfläche, das sich abrupt entzog. Ein späterer Flug zeichnete das FLIR1-Video auf, dessen Echtheit das US-Verteidigungsministerium 2020 amtlich bestätigte. Für Teile der Videodarstellung existieren Sensor-Erklärungsansätze; eine dokumentierte Gesamterklärung des Ereignisses gibt es nicht.
13. März 1997, ca. 20:00–22:30 Uhr · Großraum Phoenix, Arizona
Am Abend des 13. März 1997 beobachteten tausende Menschen in Arizona zwei getrennte Ereignisse: Zwischen etwa 20:00 und 20:45 Uhr zog eine V-förmige Lichterformation von Nordwesten über Prescott und Phoenix nach Süden; viele Zeugen beschrieben ein einzelnes riesiges, lautloses Objekt. Gegen 22:00 Uhr erschien über dem Südwesten von Phoenix eine Kette stationärer Lichter, die vielfach gefilmt wurde. Für das 22-Uhr-Ereignis ist der Abwurf von Leuchtmunition durch A-10-Maschinen der Maryland Air National Guard über dem Barry-M.-Goldwater-Übungsgebiet dokumentiert. Für die frühe V-Formation konkurrieren die Deutungen Flugzeugformation versus großes Einzelobjekt; eine abschließende amtliche Untersuchung gab es nicht.
29. November 1989 – April 1990 · Raum Eupen, Ostbelgien
Ab dem 29. November 1989 meldeten im Raum Eupen zunächst Gendarmen, dann hunderte weitere Zeugen in Belgien wiederholt ein lautlos fliegendes, dreieckiges Objekt mit hellen Scheinwerfern. In der Nacht vom 30. auf den 31. März 1990 stiegen zwei F-16 auf; ihre Bordradare registrierten mehrfach kurzzeitige Aufschaltungen mit extremen Geschwindigkeitswechseln — ohne Sichtkontakt der Piloten. Die belgische Luftwaffe kooperierte offen mit der zivilen Forschungsgruppe SOBEPS. Das jahrzehntelang als Kernbeweis geltende „Petit-Rechain“-Foto wurde 2011 von seinem Urheber als Fälschung eingestanden. Teile der Welle gelten als sozialpsychologisch bzw. konventionell erklärbar, die Radarereignisse als mehrdeutig; eine Gesamterklärung ist nicht dokumentiert.
17. November 1986 · Luftraum über Alaska, nahe Fairbanks
Am 17. November 1986 meldete die Besatzung eines Frachtflugzeugs von Japan Airlines über Alaska über mehrere Minuten Lichter und ein großes Objekt in Flugnähe. Die Flugsicherung in Anchorage verzeichnete zeitweise ein zusätzliches Radarecho. Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersuchte den Vorgang und schloss ihn ab, ohne die Radarbeobachtung als bestätigtes Objekt zu werten; der zuständige FAA-Mitarbeiter John Callahan machte die Unterlagen später öffentlich. Der Kapitän hielt an seiner Darstellung fest und wurde vom Unternehmen versetzt.
8. Januar 1981 · Trans-en-Provence, Département Var
Am 8. Januar 1981 meldete ein Anwohner im südfranzösischen Trans-en-Provence, ein scheibenförmiges Objekt sei auf seinem Grundstück gelandet und wieder aufgestiegen. Die Gendarmerie sicherte am Folgetag Boden- und Pflanzenproben. Die staatliche Stelle GEPAN (heute GEIPAN) beim französischen Raumfahrtzentrum CNES ließ die Proben labortechnisch untersuchen; die Auswertung fand Veränderungen am Boden und biochemische Auffälligkeiten an Pflanzen. Der Fall gilt als einer der am besten instrumentell dokumentierten überhaupt — die Deutung der Messwerte ist bis heute strittig.
26.–28. Dezember 1980 · Rendlesham Forest bei RAF Woodbridge, Suffolk
In den Nächten um den 26. und 28. Dezember 1980 meldeten US-Militärangehörige der Zwillingsbasen RAF Bentwaters/RAF Woodbridge Lichterscheinungen und ein angeblich am Boden gesichtetes Objekt im angrenzenden Rendlesham Forest. Der stellvertretende Basiskommandeur Charles Halt dokumentierte die zweite Nacht in einem Tonband und meldete die Vorgänge im Memo „Unexplained Lights“ (13. Januar 1981) an das britische Verteidigungsministerium — das Memo wurde 1983 über den US-FOIA öffentlich. Die skeptische Standarderklärung kombiniert den Leuchtturm von Orford Ness, einen hellen Meteor und Sterne; die beteiligten Zeugen widersprechen dieser Deutung bis heute. Der Fall gilt als unaufgelöst und in Details umstritten.
Nacht des 19. September 1976 · Luftraum über Teheran
In der Nacht des 19. September 1976 stiegen nach Bürgermeldungen über ein helles Objekt über Teheran nacheinander zwei F-4-Phantom-Abfangjäger der iranischen Luftwaffe auf. Beide Besatzungen berichteten Instrumenten- und Funkstörungen bei Annäherung; die zweite Crew (Pilot Parviz Jafari) meldete zusätzlich einen Radarkontakt und ein kleineres, sich lösendes Objekt, woraufhin die Raketenbewaffnung ausgefallen sei. Ein zeitgenössischer Bericht der US-Militärgeheimdienstkette (DIA) dokumentiert die Schilderungen und wurde intern als bemerkenswert eingestuft. Skeptiker erklären die Kernelemente mit dem hellen Jupiter, Ausrüstungsproblemen und Wahrnehmungsfehlern; die Besatzungen widersprachen dem. Der Fall gilt als unaufgelöst.
4. Oktober 1967 · Vor Shag Harbour, Nova Scotia
Am Abend des 4. Oktober 1967 meldeten mehrere Zeugen an der Küste von Nova Scotia, ein Objekt sei mit Lichtern in den Atlantik eingetaucht. Die Royal Canadian Mounted Police nahm die Meldungen auf, Fischerboote und die kanadische Küstenwache suchten das Gebiet ab und beschrieben eine schaumartige Spur auf dem Wasser. Der Vorgang ist in Akten des kanadischen Verteidigungsministeriums dokumentiert und blieb dort ohne Zuordnung — einer der wenigen Fälle mit behördlicher Such- und Bergungsaktion.
16. und 24. März 1967 · Malmstrom Air Force Base, Montana (Anlagen generalisiert)
Im März 1967 fielen auf der Raketenbasis Malmstrom in Montana innerhalb kurzer Zeit mehrere Minuteman-Interkontinentalraketen gleichzeitig in den Zustand „no-go“. Beteiligte Offiziere — insbesondere Robert Salas und Fred Meiwald — berichteten, dass zeitgleich Wachpersonal ein Objekt über der Anlage gemeldet habe. Die Luftwaffe untersuchte den technischen Ausfall; eine abschließende, öffentlich dokumentierte Ursache für die Gleichzeitigkeit wurde nicht vorgelegt. Der Fall ist einer der wenigen, in denen Aussagen unter Eid vor einem öffentlichen Gremium vorliegen.
24. April 1964 · Südlich von Socorro, New Mexico
Am 24. April 1964 beobachtete der Polizist Lonnie Zamora bei Socorro, New Mexico, nach eigener Aussage ein eiförmiges Objekt am Boden, daneben zwei Gestalten, und anschließend dessen Start. Am Fundort wurden Abdrücke und verbrannte Vegetation dokumentiert. Die US-Luftwaffe untersuchte den Fall; der wissenschaftliche Berater von Project Blue Book, J. Allen Hynek, führte eigene Befragungen durch. Der Vorgang blieb in den amtlichen Akten als unidentifiziert eingestuft — einer der wenigen Fälle mit dieser Einordnung und gleichzeitig dokumentierten Bodenspuren.
2./3. November 1957 · Umgebung von Levelland, Texas
In der Nacht zum 3. November 1957 meldeten im Umkreis der texanischen Kleinstadt Levelland mehrere voneinander unabhängige Autofahrer, ein hell leuchtendes Objekt auf oder nahe der Fahrbahn gesehen zu haben; in mehreren Fällen setzten gleichzeitig Motor und Scheinwerfer aus und liefen nach dem Verschwinden des Objekts wieder an. Der örtliche Sheriff nahm die Meldungen auf; die US-Luftwaffe untersuchte den Vorgang und führte ihn auf ein Wetterphänomen (Kugelblitz) zurück. Die Häufung technischer Ausfälle bei unabhängigen Zeugen blieb der strittige Punkt.
19./20. und 26./27. Juli 1952 · Großraum Washington, D.C.
An zwei Juli-Wochenenden 1952 registrierten Radaranlagen der Flugsicherung am Flughafen Washington National sowie Militärradar wiederholt unidentifizierte Echos über dem Hauptstadtgebiet, teilweise über der Sperrzone. Abfangjäger wurden gestartet; Piloten und Bodenpersonal berichteten von Lichtern. Die US-Luftwaffe hielt am 29. Juli 1952 die größte Pressekonferenz seit dem Zweiten Weltkrieg ab und führte die Echos auf eine Temperaturinversion zurück. Meteorologische Fachleute widersprachen der Deutung teilweise; die Fälle blieben in den Luftwaffenakten dokumentiert.
25. August bis Anfang September 1951 · Lubbock, Texas
Ab Ende August 1951 meldeten in Lubbock, Texas, mehrere Beobachter — darunter drei Hochschullehrer des Texas Technological College — wiederholt Formationen heller Lichter, die in kurzer Zeit über den Nachthimmel zogen. Ein Student fotografierte die Erscheinung; die Aufnahmen wurden von der US-Luftwaffe geprüft. Blue Book ordnete die Sichtungen später Vögeln zu, die das Licht neuer Straßenbeleuchtung reflektierten. Die Fotoaufnahmen und die Beteiligung wissenschaftlich geschulter Zeugen halten den Fall bis heute in der Diskussion.
7. Januar 1948 · Bei Franklin, Kentucky
Am 7. Januar 1948 verfolgte Hauptmann Thomas Mantell mit seiner P-51 ein von mehreren Bodenstellen gemeldetes Objekt über Kentucky und verunglückte dabei tödlich. Der Fall war der erste Todesfall im Zusammenhang mit einer UAP-Meldung und prägte die frühe amtliche Befassung. Die US-Luftwaffe untersuchte ihn im Rahmen von Project Sign; die heute vertretene Erklärung ist ein Skyhook-Forschungsballon, dessen Programm damals geheim war. Als Unfallursache gilt Sauerstoffmangel beim Steigflug ohne Sauerstoffgerät.
Juli 1947 · Ranch nordwestlich von Roswell, New Mexico (Fundort generalisiert)
Im Juli 1947 barg Personal des Luftwaffenstützpunkts Roswell Trümmer von einer Ranch in New Mexico. Eine Pressemitteilung des Stützpunkts sprach zunächst von einer geborgenen „fliegenden Scheibe“, wurde aber noch am selben Tag durch die Darstellung ersetzt, es handele sich um einen Wetterballon. 1994 und 1997 legte die US-Luftwaffe zwei Berichte vor, die die Trümmer dem geheimen Ballonprogramm Mogul zuordnen; 1995 untersuchte auch der Rechnungshof GAO die Aktenlage und stellte fest, dass Teile der Unterlagen des Stützpunkts nicht mehr auffindbar sind. Der Fall gilt amtlich als erklärt — die fehlenden Akten und die widerrufene Erstmeldung bleiben Gegenstand der Debatte.
24. Juni 1947 · Kaskadenkette bei Mount Rainier, Washington
Am 24. Juni 1947 meldete der Geschäftsmann und Privatpilot Kenneth Arnold auf einem Flug nahe dem Mount Rainier neun helle Objekte, die sich in Formation an der Bergkette entlangbewegten. Seine Beschreibung der Flugbewegung — wie eine Untertasse, die über Wasser springt — führte in der Presse zum Begriff „fliegende Untertasse“, obwohl Arnold die Objekte selbst nicht als untertassenförmig beschrieb. Die US-Luftwaffe nahm den Fall in ihre Untersuchungen auf und ordnete ihn später einer Luftspiegelung beziehungsweise Fehlwahrnehmung zu; Arnold widersprach dieser Deutung bis zuletzt.