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UAPpedia

1. August 2012 bis Februar 2013 · Thakung am Pangong Tso, Ostladakh (ungefähre Lage) · IN

Leuchtobjekte am Pangong Tso in Ladakh (Indien, 2012–2013)

Status: von Armee, ITBP und Fachstellen geprüft — nach Presseberichten 2013 als Jupiter und Venus erklärt; amtliche Berichte unveröffentlicht [6]Bearbeitungsstand: Redaktionell geprüftmilitaergrenzpolizeilichterscheinungradarastronomische-erklaerungerklaert

Zusammenfassung

Von August bis Oktober 2012 meldete ein Posten der Grenzpolizei ITBP bei Thakung am Pangong-See in Ladakh über 100 Sichtungen leuchtender Objekte, bei Tag und bei Nacht. Beschrieben wurden gelbliche Kugeln, die vom Horizont auf chinesischer Seite aufstiegen und über Stunden langsam über den Himmel zogen. Die Armee setzte nach Presseberichten ein mobiles Radar, einen Spektrumanalysator und eine Drohne ein, ohne ein Signal zu erfassen; Astronomen aus Hanle sollen die Objekte damals als nicht astronomisch eingestuft haben. Im Dezember 2012 nannten amtliche Quellen vorläufig Himmelslaternen als Ursache und baten die Raumfahrtbehörde ISRO um eine Prüfung. Zwei Astronomen des Indian Institute of Astrophysics reisten nach Ladakh; auf ihre Anweisung zeichneten Soldaten vom 17. bis 22. Februar 2013 Richtung und Höhe der Objekte mit einem Theodoliten auf. Die Astronomen werteten die Daten aus und bestimmten die Objekte als die Planeten Jupiter und Venus. Bis dahin waren nach Presseberichten 329 Sichtungen protokolliert worden; amtliche Berichte sind nicht veröffentlicht.

Evidenzprofil

Einzelfaktoren zur Dokumentationslage mit Herleitung — bewusst ohne Gesamtwertung. Was fehlt, wird als Datenlücke benannt.

Amtliche Bearbeitung

Meldungen über die militärische Kette bis ins Amt des Premierministers; Einbindung von Luftwaffe, ISRO, DRDO und NTRO

Herleitung: q2, q3.

Datenlücke: Kein Abschlussbericht öffentlich.

Bildmaterial

unscharfe ITBP-Fotos, nicht veröffentlicht

Herleitung: q1.

Messungen

mobiles Radar, Spektrumanalysator und Drohne ohne Ergebnis; Theodolit-Messungen durch Soldaten nach Anweisung der IIA-Astronomen

Herleitung: q1, q2, q5, q6.

Datenlücke: Messdaten und Uhrzeiten nicht veröffentlicht.

Zeugenlage

ITBP-Posten Thakung und Einheiten des 14. Korps, wiederholte Beobachtungen über Monate

Herleitung: q1, q3, q6.

Datenlücke: Keine veröffentlichten Meldeprotokolle.

Ablauf des Ereignisses

  1. 1. August bis 15. Oktober 2012

    Ein ITBP-Posten bei Thakung nahe dem Pangong-See meldet über 100 Sichtungen leuchtender Objekte bei Tag und Nacht; die Meldungen gelangen über die militärische Kette bis ins Amt des Premierministers. [1] [2]

  2. Spätsommer und Herbst 2012

    Beschrieben werden gelbliche Kugeln, die vom Horizont auf chinesischer Seite aufsteigen und drei bis fünf Stunden langsam über den Himmel ziehen. Militärs, die unscharfe ITBP-Fotos auswerten, schließen Drohnen und niedrig fliegende Satelliten aus. [1] [2]

  3. September 2012

    Die Armee bringt ein mobiles Bodenradar und einen Spektrumanalysator auf einen Berg am See; beide erfassen nichts. Eine Aufklärungsdrohne verliert das Objekt aus dem Blick. Astronomen aus Hanle beobachten drei Tage und stufen die Objekte laut Armeekreisen als nicht astronomisch ein. [1] [2]

  4. Oktober bis Dezember 2012

    Die ITBP schreibt der Regierung, das in Leh stationierte 14. Korps meldet an das Nordkommando. Fachleute gelangen mit Experten der Luftwaffe vorläufig zu Himmelslaternen; einen Vorschlag, ein Objekt abzuschießen, lehnt die Regierung ab, die ISRO soll prüfen. [3]

  5. 17. bis 22. Februar 2013

    Zwei Astronomen des Indian Institute of Astrophysics reisen nach Ladakh. Auf ihre Anweisung zeichnen Soldaten am Punkt 4715 bei Thakung Richtung und Höhe der Objekte mit einem Theodoliten auf und reichen die Daten beim Institut ein; die Astronomen werten sie aus. Das abends aufgehende Objekt folgt der Bewegung Jupiters, das am frühen Morgen erscheinende der Venus. [5] [6]

  6. Juli und August 2013

    Der Telegraph berichtet von 329 Sichtungen zwischen August 2012 und Februar 2013, davon 155 als Überschreitungen der Linie der tatsächlichen Kontrolle (LAC) zu China gewertet, und von der Planeten-Bestimmung; internationale Medien greifen den Bericht auf. [4] [5] [7]

Ort

Thakung am Pangong Tso, Ostladakh (ungefähre Lage) — vereinfachte Weltkarte (Natural Earth). Die interaktive Karte mit Zoom lädt nach Ihrer Zustimmung oben; alle Fallorte stehen zusätzlich als Liste bereit.

Beteiligte

Zeugen

Organisationen

    Quellen & Medien

    Medien

    Pangong Tso 2
    Provenienz:
    Wikimedia Commons · KennyOMG · Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Urheber:
    KennyOMG
    Lizenz:
    CC BY-SA 4.0
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    826cbdff06695af1d9bc222813c79760…
    Hanle observatory
    Provenienz:
    Wikimedia Commons · Alin Dev · Lizenz: Public Domain (vom Urheber freigegeben; laut Commons-Dateiseite)
    Urheber:
    Alin Dev
    Lizenz:
    Public Domain (vom Urheber freigegeben; laut Commons-Dateiseite)
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    7cdaaa909fa1907d69c97a9555c76d2d…

    Quellenverzeichnis

    1. [1] Presse UFO Sightings At Indo-China Border Leave Indian Army Astounded — International Business Times (Namrata Malhotra), 07.11.2012 · ausführliche Wiedergabe des India-Today-Berichts: ITBP-Meldungen, Radar, Spektrumanalysator, Drohne, Hanle-Astronomen, Stimmen von Militärs und Wissenschaftlern
      abgerufen am 06.10.2026
    2. [2] Presse Indian troops report seeing UFOs — Los Angeles Times (Mark Magnier), abgedruckt in The Spokesman-Review, 08.11.2012 · Beschreibung (gelbe Kugeln, drei bis fünf Stunden), Aussagen des früheren Nordkommandeurs B. S. Jaswal und der Planetariumsleiterin N. Ratnashri
      abgerufen am 06.10.2026
    3. [3] Presse Isro team to visit Leh to solve 'UFO mystery' — Deccan Herald (PTI), 17.12.2012 · amtliche Quellen: ITBP-Schreiben an die Regierung, vorläufige Deutung als Himmelslaternen, abgelehnter Abschussvorschlag, ISRO-Prüfung · Über den im Seitenquelltext eingebetteten Artikeltext gelesen.
      abgerufen am 06.10.2026
    4. [4] Presse Bericht über die Bestimmung der Objekte als Jupiter und Venus — The Telegraph (Kolkata), 24.07.2013 · Originalbericht zur Theodolit-Messung unter Anleitung des Indian Institute of Astrophysics · Adresse laut q7: telegraphindia.com/1130724/jsp/frontpage/story_17150854.jsp; Abruf mit HTTP 403 abgewiesen, Inhalt nur über q5–q7.
      abgerufen am 06.10.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    5. [5] Presse Indian military pondered attack on Venus and Jupiter — The Register (Phil Muncaster), 26.07.2013 · Zusammenfassung des Telegraph-Berichts: 329 Sichtungen, 155 Grenzüberflüge, Theodolit
      abgerufen am 06.10.2026
    6. [6] Presse Indian Army Mistook Venus and Jupiter for Chinese Spy UAS — UAS Vision (Nachdruck des Telegraph-Berichts), 29.07.2013 · Einzelheiten: Messungen durch Soldaten nach Anweisung der Astronomen vom 17. bis 22.02.2013 am Punkt 4715, Sichtzeiten der beiden Objekte, Aussage des Astronomen Tushar Prabhu
      abgerufen am 06.10.2026
    7. [7] Presse Venus and Jupiter: Indian Army Mistakes Planets for Drones — Slate, Blog „Bad Astronomy“ (Phil Plait), 11.08.2013 · astronomische Einordnung; verweist auf den Telegraph-Bericht vom 24.07.2013
      abgerufen am 06.10.2026
    8. [8] Presse Bericht über die Sichtungen in Ladakh (Sandeep Unnithan) — India Today, November 2012 · Erstbericht über die ITBP-Meldungen und die Messeinsätze der Armee · Nicht selbst eingesehen; Inhalt und Autorschaft nur über q1 und Suchergebnisse.
      abgerufen am 06.10.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    9. [9] Presse Astronomy Calendar of Celestial Events 2012 — Sea and Sky (seasky.org), abgerufen 06.10.2026 · Jupiter in Opposition am 03.12.2012
      abgerufen am 06.10.2026
    10. [10] Presse UFO sightings in India — Wikipedia (englisch), abgerufen 06.10.2026 · Überblick; nennt weitere Truppenmeldungen aus Ladakh im August 2013
      abgerufen am 06.10.2026

    Erklärungsansätze

    Konventionelle und ungeklärte Deutungen werden formal gleichrangig dokumentiert.

    Planeten Jupiter und Venus

    Vertreten von: Astronomen des Indian Institute of Astrophysics (u. a. Tushar Prabhu), Februar 2013

    Dafür: Die von Soldaten nach Anweisung der Astronomen aufgezeichneten Theodolit-Messungen passten zur scheinbaren Bewegung der Planeten; in großer Höhe ist die Luft so klar, dass Planeten ungewöhnlich hell erscheinen. Jupiter stand am 03.12.2012 in Opposition (q9).

    Dagegen: Die Astronomen aus Hanle sollen 2012 das Gegenteil festgestellt haben; Tagsichtungen und Meldungen über aufsteigende Objekte sind damit nicht ohne Weiteres erklärt. Das Ergebnis ist nur über Presseberichte bekannt.

    teilweise gestützt

    Himmelslaternen oder ballongetragene, Licht reflektierende Objekte

    Vertreten von: vorläufige Einschätzung von Fachleuten mit Experten der Luftwaffe (Dezember 2012); Planetariumsleiterin N. Ratnashri

    Dafür: Radar und Spektrumanalysator erfassten kein Signal, was zu nichtmetallischen Objekten passt; die Luftwaffe hatte ähnliche Meldungen 2010 Himmelslaternen zugeordnet.

    Dagegen: Sichtungen über drei bis fünf Stunden und über Monate hinweg sind für Himmelslaternen ungewöhnlich; die spätere Messung deutet auf Planeten.

    diskutiert

    Chinesische Aufklärungs- oder Technikdemonstration, psychologische Operation

    Vertreten von: Nachrichtendienste laut PTI; der frühere Nordkommandeur Generalleutnant B. S. Jaswal

    Dafür: Angespanntes Grenzgebiet; laut India Today wurden von Januar bis August 2012 auch 99 chinesische Drohnen gemeldet.

    Dagegen: Keine Funksignale, kein Radarecho, keine Bergung; die Messung von 2013 spricht für Himmelskörper.

    diskutiert

    Widersprüche & offene Fragen

    • Aussage A: Astronomen aus Hanle 2012: die Objekte sind nicht astronomisch (q1, q2)

      Aussage B: Astronomen des IIA 2013: Jupiter und Venus (q5, q6)

      Die Einschätzung von 2012 ist nur als Aussage von Armeeangehörigen überliefert; beide Untersuchungsberichte sind unveröffentlicht.

    • Aussage A: vorläufiges Ergebnis Dezember 2012: Himmelslaternen (q3)

      Aussage B: Ergebnis Februar 2013: Planeten (q5, q6)

      Möglicherweise lagen verschiedene Ursachen zu verschiedenen Zeiten vor; die Quellen klären das nicht.

    • Aussage A: Sichtdauer drei bis vier Stunden (q1)

      Aussage B: drei bis fünf Stunden (q2)

      Geringe Abweichung zwischen zwei Wiedergaben desselben India-Today-Berichts.