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UAPpedia

21. und 30./31. Dezember 1978 · Küste vor Kaikōura, Südinsel · NZ

Die Kaikōura-Lichter (Neuseeland, Dezember 1978)

Status: amtlich untersucht (RNZAF mit DSIR, Polizei, Carter Observatory) — überwiegend natürlichen Ursachen zugeordnet, umstritten [3]Bearbeitungsstand: Redaktionell geprüftpilotradarfilmrnzaftintenfischboote

Zusammenfassung

Im Dezember 1978 meldeten Besatzungen von Frachtflugzeugen der Gesellschaft Safe Air vor der Küste von Kaikōura auf der Südinsel Neuseelands ungewöhnliche Lichter; die Flugsicherung in Wellington registrierte zeitgleich Radarziele. Nach einer ersten Meldung am 21. Dezember flog in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember ein australisches Fernsehteam mit und filmte Lichter auf 16-mm-Farbfilm. Die Royal New Zealand Air Force untersuchte die Vorgänge gemeinsam mit Polizei, Carter Observatory und dem Forschungsministerium DSIR. Der 1979 veröffentlichte Befund führte fast alle Beobachtungen auf natürliche, aber ungewöhnliche Ursachen zurück, etwa eine Fangflotte für Tintenfische, eine helle Venus und anomale Radarechos. Der Physiker Bruce Maccabee widersprach in einer Fachzeitschrift; Besatzung und Filmteam halten die Lichter bis heute für ungeklärt.

Evidenzprofil

Einzelfaktoren zur Dokumentationslage mit Herleitung — bewusst ohne Gesamtwertung. Was fehlt, wird als Datenlücke benannt.

Amtliche Bearbeitung

RNZAF-Untersuchung mit DSIR, Polizei und Carter Observatory; Akte 2010 freigegeben

Herleitung: q1, q3, q9.

Fachdebatte

Aufsatz und Erwiderung in Applied Optics (1979), Rückblick im NZ Skeptic (2000)

Herleitung: q4, q5, q6.

Datenlücke: Volltexte nicht eingesehen.

Sensorik

Bodenradar Wellington, Bordradar der Argosy, 16-mm-Farbfilm, Tonaufnahmen

Herleitung: q7, q9; Aktenbeschreibung q1.

Datenlücke: Radarprotokolle und Film nicht selbst ausgewertet.

Zeugenlage

zwei Flugbesatzungen, ein Fernsehteam, Fluglotsen in Wellington

Herleitung: q7, q8, q9.

Ablauf des Ereignisses

  1. 21.12.1978, nachts

    Die Piloten einer Safe-Air-Argosy melden auf einem Frachtflug Richtung Christchurch eine Reihe fremder Lichter; die Flugsicherung Wellington erfasst Radarziele. [9] [3] [8]

  2. 30.12.1978, spätabends

    Ein von Channel 0 (Melbourne) beauftragtes Fernsehteam um den Reporter Quentin Fogarty und den Kameramann David Crockett steigt in Wellington in eine Argosy, um Hintergrundmaterial zu drehen. [7] [9]

  3. 31.12.1978, nach Mitternacht

    Vor der Küste von Kaikōura erscheinen helle Lichter, die das Team auf 16-mm-Farbfilm aufnimmt. Wellington meldet Radarziele; das Bordradar zeigt ein Ziel in rund 18 Seemeilen in Richtung der Lichter. [7] [8] [9]

  4. 31.12.1978, Rückflug

    Nach der Zwischenlandung in Christchurch fliegt das Team mit teils neuer Besetzung zurück und filmt erneut; aus diesen Aufnahmen stammt das helle Objekt, das Maccabee später auswertet. [9] [4]

  5. 02.01.1979

    Die RNZAF schickt eine Orion zu einem Aufklärungsflug in das Gebiet. [8]

  6. 1979

    Eine Zusammenfassung des Luftwaffenberichts geht an die Medien; Maccabee (August) und Ireland/Andrews vom DSIR (Dezember) tragen den Streit in Applied Optics aus. [8] [4] [5]

  7. 22.12.2010

    Die New Zealand Defence Force gibt ihre UFO-Akten frei, darunter die rund zwei Zentimeter starke Kaikōura-Akte. [3] [1]

Ort

Küste vor Kaikōura, Südinsel — vereinfachte Weltkarte (Natural Earth). Die interaktive Karte mit Zoom lädt nach Ihrer Zustimmung oben; alle Fallorte stehen zusätzlich als Liste bereit.

Beteiligte

Zeugen

Organisationen

    Quellen & Medien

    Medien

    Kaikōura-Halbinsel mit Küste und Bergkette (2014) — Ortsbild, zeigt nicht das Ereignis
    Provenienz:
    Wikimedia Commons · Bernard Spragg (Christchurch) · Lizenz: CC0
    Urheber:
    Bernard Spragg (Christchurch)
    Lizenz:
    CC0
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    78d23f3dce813e80dccf2f0ae578781d…
    Kaikōura Lights, 31 December 1978 — Archivbild aus Akte ABHS 6958 W5579 Box 227 NYP 3/58/13 Part 1 (Quelle: Flickr-Upload https://www.flickr.com/photos/archivesnz/23623047260)
    Provenienz:
    Wikimedia Commons · Archives New Zealand Te Rua Mahara o te Kāwanatanga · Lizenz: CC BY-SA 2.0 (Commons-Angabe); Archives NZ auf Flickr/DigitalNZ: CC BY 2.0 — strengere Angabe CC BY-SA 2.0 anwenden
    Urheber:
    Archives New Zealand Te Rua Mahara o te Kāwanatanga
    Lizenz:
    CC BY-SA 2.0 (Commons-Angabe); Archives NZ auf Flickr/DigitalNZ: CC BY 2.0 — strengere Angabe CC BY-SA 2.0 anwenden
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    d33c55efb6ecf6b2ef6fb5c1fcd31b99…

    Quellenverzeichnis

    1. [1] Behördendokument RNZAF-Untersuchungsakte zu den Kaikōura-Sichtungen (Teil der 2010 freigegebenen UFO-Akten) — Royal New Zealand Air Force / New Zealand Defence Force, 1978–1979, freigegeben 22.12.2010 · amtliche Untersuchungsakte mit Befragungen, DSIR-Papieren und Radarauswertung · Aktenzeichen laut Sekundärverzeichnis (ufotransparency.com) „AIR 1080/6/897 Volume 1“ — am Original bei Archives New Zealand nicht geprüft. Digitalisat-URL bei der Redaktionsprüfung ergänzen.
      abgerufen am 06.10.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    2. [2] Behördendokument Kaikōura Lights, 31 December 1978 (Aktenbestand ABHS 6958 W5579 Box 227 NYP 3/58/13 Part 1) — Archives New Zealand Te Rua Mahara o te Kāwanatanga, 1979; online gestellt 23.12.2015 · Archivalie zur Regierungsauswertung und Befassung auf UN-Ebene · Geöffnet wurde nur die Bild- und Beschreibungsseite des Archivs, nicht die vollständige Akte.
      abgerufen am 06.10.2026
    3. [3] Presse Air Force report explains Kaikoura „UFO sightings“ — Otago Daily Times, 22.12.2010 · Bericht über die freigegebene Akte und den RNZAF-Befund
      abgerufen am 06.10.2026
    4. [4] Literatur Photometric properties of an unidentified bright object seen off the coast of New Zealand (Applied Optics 18/15, S. 2527–2528) — Bruce S. Maccabee / Optical Society of America, 01.08.1979 · fotometrische Auswertung des Films (Gegenposition zum amtlichen Befund) · Nur Bibliografie und Zusammenfassungen gesehen; Volltext hinter Bezahlschranke. Kernaussagen über q9 und q3 erschlossen.
      abgerufen am 06.10.2026
    5. [5] Literatur Photometric properties of an unidentified bright object seen off the coast of New Zealand: comments (Applied Optics 18/23, S. 3889–3890) — W. Ireland, M. K. Andrews (DSIR) / Optical Society of America, 01.12.1979 · Erwiderung des DSIR auf Maccabee · Ohne Abstract; Volltext nicht eingesehen.
      abgerufen am 06.10.2026
    6. [6] Literatur Ghost squid boats in the sky (New Zealand Skeptic, Nr. 57) — William Ireland / NZ Skeptics, Frühjahr 2000 · Rückblickende Filmanalyse zugunsten der Tintenfischboot-These · PDF ist ein Scan ohne Textebene; Inhalt hier über q9 erschlossen, am Scan bei der Redaktionsprüfung gegenlesen.
      abgerufen am 06.10.2026
    7. [7] Presse Crew remember the day UFO was spotted over Kaikōura 40 years on — New Zealand Herald, 15.12.2018 · Rückblick mit Aussagen von Besatzung und Filmteam
      abgerufen am 06.10.2026
    8. [8] Presse It’s a bird, it’s a plane, it’s a squid boat (1964: Mountain Culture Journal, Heft 17) — Laura Williamson / 1964 Mountain Culture Journal, Herbst 2024 · Rekonstruktion mit Radar-Aussagen und Ablauf der amtlichen Prüfung
      abgerufen am 06.10.2026
    9. [9] Presse Kaikōura lights — Wikipedia (englisch), abgerufen 06.10.2026 · Übersichtsdarstellung mit Belegapparat
      abgerufen am 06.10.2026

    Erklärungsansätze

    Konventionelle und ungeklärte Deutungen werden formal gleichrangig dokumentiert.

    Lichter einer Tintenfisch-Fangflotte, teils an Wolken reflektiert

    Vertreten von: RNZAF-Befund 1979; William Ireland (DSIR), auch in seiner Analyse von 2000

    Dafür: Fangboote arbeiten nachts mit sehr starken Lampen; Ireland las aus dem Film parallele Lichterreihen in Abständen, die zu 20 bis 25 Meter langen Booten passen.

    Dagegen: Maccabee verweist auf Fischereiberichte, nach denen keine Boote an der behaupteten Stelle lagen; Kapitän Bill Startup erklärte, Fangboote zu kennen, und die Piloten verwiesen auf ihre Flughöhe von rund 13.000 Fuß. Radarziele erklärt die These nicht.

    diskutiert

    Ungewöhnlich helle, durch die Atmosphäre gebrochene Venus

    Vertreten von: RNZAF-Befund 1979

    Dafür: Die Luftwaffe nannte eine ungewöhnlich helle, durch die Atmosphäre gebrochene Venus als Ursache eines Teils der Sichtungen.

    Dagegen: Ein Planet erzeugt kein Radarecho; Kapitän Bill Startup wies die Deutung ausdrücklich zurück.

    diskutiert

    Anomale Radarechos durch ungewöhnliche Wellenausbreitung

    Vertreten von: RNZAF-Befund 1979 („freak propagation“)

    Dafür: Ungewöhnliche Ausbreitungsbedingungen können Scheinziele auf dem Radar erzeugen; das Radar in Christchurch erfasste die Ziele nicht.

    Dagegen: Der Fluglotse John Cordy hielt die Echos für feste Objekte; Boden- und Bordradar sollen Ziele in Richtung der gesehenen Lichter gezeigt haben.

    diskutiert

    Nicht identifiziertes, sehr helles Objekt

    Vertreten von: Bruce Maccabee (Applied Optics, 1979)

    Dafür: Maccabee schätzte aus dem Film ein Objekt von mehr als 20 Metern Durchmesser mit hoher Leuchtkraft, unvereinbar mit Kugelblitz oder Plasma.

    Dagegen: Das DSIR bestritt die Berechnungen und verwies auf Verzerrungen durch das Filmen durch Flugzeugfenster; eine unabhängige Nachmessung der Entfernung gibt es nicht.

    offen

    Widersprüche & offene Fragen

    • Aussage A: Maccabee: helles Objekt von über 20 Metern, nicht durch bekannte Leuchterscheinungen erklärbar

      Aussage B: DSIR/Ireland: Lichter von Fangbooten in rund sechs Kilometern Entfernung

      Beide Seiten werten denselben Film aus und kommen über unterschiedliche Entfernungsannahmen zu gegensätzlichen Ergebnissen. Der Streit ist in Applied Optics dokumentiert und wird hier nicht entschieden.

    • Aussage A: Radar Wellington erfasst Ziele zeitgleich mit den Sichtungen

      Aussage B: Radar Christchurch erfasst keine Ziele

      Der Unterschied stützt die Annahme anomaler Wellenausbreitung, beweist sie aber nicht; die Radaraufzeichnungen selbst wurden hier nicht eingesehen.