7. Mai 2018, frühmorgens · Pazifik westlich von Antofagasta (Meldepunkt LIVOR, ungefähre Lage) · CL
Lichter am Meldepunkt LIVOR vor Antofagasta (Chile, 2018)
Zusammenfassung
In den frühen Morgenstunden des 7. Mai 2018 meldeten Besatzungen mehrerer Linienflüge über dem Pazifik westlich von Antofagasta unbekannte Lichter in der Nähe des Navigationspunkts LIVOR. Zuerst meldete sich eine Copa-Besatzung bei der Flugsicherung, danach mehrere LATAM-Crews; ein Pilot fotografierte die Lichter und wich nach eigenen Angaben aus. Der Fall wurde im Oktober 2018 durch kursierende Funkmitschnitte bekannt; das CEFAA der zivilen Luftfahrtbehörde DGAC nannte eine Erklärung damals verfrüht. Im September 2019 erklärte CEFAA-Leiter Hugo Camus, die Besatzungen hätten die starken Lampen großer Tintenfisch-Fangschiffe gesehen. Ein ausführlicher Einzelbericht dazu ist in der öffentlichen SEFAA-Fallliste für Mai 2018 nicht auffindbar.
Evidenzprofil
Einzelfaktoren zur Dokumentationslage mit Herleitung — bewusst ohne Gesamtwertung. Was fehlt, wird als Datenlücke benannt.
Amtliche Bearbeitung
CEFAA/DGAC; Ergebnis nur als Interviewaussage (2019)
Herleitung: q3, q4, q6.
Bild- und Tonmaterial
ein Handyfoto, inoffizielle Funkmitschnitte
Herleitung: q1, q2.
Datenlücke: Foto nicht öffentlich geprüft; Mitschnitte laut DGAC nicht offiziell.
Erklärungsstand
konventionelle Erklärung behördlich genannt, aber nicht dokumentiert
Herleitung: q4, q5.
Zeugenlage
Besatzungen von fünf bis sechs Linienflügen
Herleitung: q1–q3.
Datenlücke: Keine Namen, keine veröffentlichten Crewberichte.
Ablauf des Ereignisses
7. Mai 2018, frühmorgens
Nahe dem Navigationspunkt LIVOR über dem Pazifik westlich von Antofagasta meldet zuerst eine Copa-Besatzung unbekannte Lichter an die Flugsicherung; mehrere LATAM-Crews bestätigen Beobachtungen. [1] [2] [3]
7. Mai 2018
Ein Copa-Pilot fotografiert die Lichter mit einem Mobiltelefon und weicht nach eigenen Angaben aus, weil sie sich zu nähern schienen. Laut Funkmitschnitt war kein Verkehr gemeldet. [1] [2]
Oktober 2018
Funkmitschnitte verbreiten sich im Internet; die DGAC bezeichnet sie als nicht offiziell. Das CEFAA bestätigt eine laufende Untersuchung und hält eine Erklärung für verfrüht. [1] [3]
Oktober 2018
Das CEFAA sammelt nach eigener Darstellung Wetterdaten, wartet auf Interviews mit den Besatzungen und prüft die Echtheit des einzigen Fotos. [1] [2]
September 2019
CEFAA-Leiter Hugo Camus erklärt, die Besatzungen hätten die starken Scheinwerfer großer Tintenfisch-Fangschiffe chinesischer und europäischer Herkunft gesehen. [4]
Ort
- Lichter am Meldepunkt LIVOR vor Antofagasta (Chile, 2018)Pazifik westlich von Antofagasta (Meldepunkt LIVOR, ungefähre Lage) · -23.60, -73.50 (±50 km)
Beteiligte
Zeugen
Organisationen
Quellen & Medien
Medien
- Provenienz:
- Wikimedia Commons · Jidanni · Lizenz: CC BY-SA 4.0
- Urheber:
- Jidanni
- Lizenz:
- CC BY-SA 4.0
- Rechtestatus:
- lizenziert
- Originalquelle:
- https://commons.wikimedia.org/wiki/Special:FilePath/Mysterious%20lights%20over%20North%20Pacific%20Ocean.jpg
- sha256:
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- Provenienz:
- Wikimedia Commons · Geomr (Wikimedia Commons) · Lizenz: CC BY-SA 3.0
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- Geomr (Wikimedia Commons)
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- CC BY-SA 3.0
- Rechtestatus:
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- Originalquelle:
- https://commons.wikimedia.org/wiki/Special:FilePath/Hakodate%20squid%20fishing%202005-08.JPG
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- 70cf486431fd318fd9a8045ca68c461b…
Quellenverzeichnis
- [1] Presse DGAC investiga qué eran las luces extrañas que un grupo de pilotos vio en Antofagasta — CNN Chile, Oktober 2018 · Bericht zur Untersuchung; fünf Besatzungen, rund 340 km vor der Küste, ein Handyfoto, Statistik des CEFAAabgerufen am 06.10.2026
- [2] Presse Pilotos de Latam y Copa Airlines reportaron fenómenos extraños en los cielos de Antofagasta — BioBioChile, 11.10.2018 · Ablauf aus den Funkmitschnitten, Ausweichmanöver, Stellungnahme des CEFAAabgerufen am 06.10.2026
- [3] Presse [VIDEO] DGAC explica los avistamientos de luces en Antofagasta — T13 (Canal 13), 12.10.2018 · Aussagen des CEFAA-Leiters: Erklärung verfrüht, typische Ursachen, 72 % erklärte Fälleabgerufen am 06.10.2026
- [4] Presse Ovnis avistados por la Marina de EE.UU: En Chile se han registrado 201 fenómenos aéreos anómalos en los últimos dos años — La Tercera, 26.09.2019 · Interview mit CEFAA-Leiter Hugo Camus: Schlussfolgerung Tintenfisch-Fangschiffeabgerufen am 06.10.2026
- [5] Presse Follow the Lights: Squid Fishing in the Southeast Pacific Ocean — Global Fishing Watch (Eloy Aroni), 13.10.2020 · Hintergrund: Lampenbestückung und Einsatzgebiete der Tintenfischflotte im Südostpazifikabgerufen am 06.10.2026
- [6] Behördendokument SEFAA — Casos Mayo 2018 (öffentliche Fallliste der DGAC) — Sección de Estudios de Fenómenos Aéreos Anómalos (SEFAA), DGAC Chile, veröffentlicht 2020/2025, abgerufen 06.10.2026 · Gegenprobe: Die Liste für Mai 2018 enthält keinen Fall zum 07.05.2018 · Geprüft wurden alle verlinkten Fall-PDFs der Monatslisten 2018; ein Bericht zum Fall LIVOR fand sich nicht.abgerufen am 06.10.2026
Erklärungsansätze
Konventionelle und ungeklärte Deutungen werden formal gleichrangig dokumentiert.
Lampen von Tintenfisch-Fangschiffen auf dem Meer
Vertreten von: CEFAA (Leiter Hugo Camus, 2019)
Dafür: Industrielle Tintenfischschiffe tragen bis zu 150 starke Lampen und sind nachts aus großer Entfernung sichtbar; der Meldepunkt liegt weit draußen über offener See.
Dagegen: Kein veröffentlichter Bericht mit Schiffspositionen für den 7. Mai 2018. Die Hauptflotte operiert laut Global Fishing Watch im Mai eher vor Ecuador und Peru. Piloten beschrieben die Lichter als bewegt und sich nähernd.
Astronomische oder orbitale Lichtquellen (Venus, Satelliten, ISS, Weltraumschrott)
Vertreten von: vom CEFAA als häufigste Ursachen allgemein genannt
Dafür: Solche Quellen erklären laut CEFAA einen großen Teil der jährlich gemeldeten Fälle; Piloten sehen sie nachts häufig.
Dagegen: Für diesen Fall in den gesichteten Quellen nicht konkret geprüft; die Behörde legte sich später auf Fangschiffe fest.
Nicht identifiziertes Luftfahrzeug oder Phänomen
Vertreten von: Medienberichte und ufologische Darstellungen, gestützt auf die Funkmitschnitte
Dafür: Mehrere unabhängige Besatzungen; ein Pilot sah sich zu einem Ausweichmanöver veranlasst.
Dagegen: Die zuständige Behörde nennt eine konventionelle Erklärung; nur ein Foto, dessen Echtheit geprüft wurde.
Widersprüche & offene Fragen
Aussage A: fünf Flugzeugbesatzungen (q1, q4)
Aussage B: sechs Piloten bzw. Flüge, fünf LATAM und einer Copa (q2, q3)
Möglicherweise wird der meldende Copa-Flug unterschiedlich mitgezählt. Ohne Flugsicherungsprotokoll nicht auflösbar.
Aussage A: Piloten: Lichter bewegten sich und schienen näher zu kommen (q2)
Aussage B: CEFAA 2019: Scheinwerfer von Fangschiffen auf dem Meer (q4)
Nachts über See fehlen Bezugspunkte; Licht an der Wasseroberfläche kann über die Entfernung täuschen. Die Behörde hat ihre Begründung nicht schriftlich veröffentlicht.
Aussage A: Lage rund 340 km vor der Küste (q1)
Aussage B: „mehrere Meilen“ westlich der Küste (q2)
Die genaue Lage des Punkts LIVOR ist hier nicht verifiziert; die Karte zeigt deshalb nur einen groben Seeraum.