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UAPpedia

29. November 1989 – April 1990 · Raum Eupen, Ostbelgien · BE

Die belgische UFO-Welle (1989–1990)

Status: durch Luftwaffe/SOBEPS untersucht — teilweise erklärt / unaufgelöst [2]Bearbeitungsstand: Redaktionell geprüftmilitärischradarmassensichtungdreieckeuropa

Zusammenfassung

Ab dem 29. November 1989 meldeten im Raum Eupen zunächst Gendarmen, dann hunderte weitere Zeugen in Belgien wiederholt ein lautlos fliegendes, dreieckiges Objekt mit hellen Scheinwerfern. In der Nacht vom 30. auf den 31. März 1990 stiegen zwei F-16 auf; ihre Bordradare registrierten mehrfach kurzzeitige Aufschaltungen mit extremen Geschwindigkeitswechseln — ohne Sichtkontakt der Piloten. Die belgische Luftwaffe kooperierte offen mit der zivilen Forschungsgruppe SOBEPS. Das jahrzehntelang als Kernbeweis geltende „Petit-Rechain“-Foto wurde 2011 von seinem Urheber als Fälschung eingestanden. Teile der Welle gelten als sozialpsychologisch bzw. konventionell erklärbar, die Radarereignisse als mehrdeutig; eine Gesamterklärung ist nicht dokumentiert.

Evidenzprofil

Einzelfaktoren zur Dokumentationslage mit Herleitung — bewusst ohne Gesamtwertung. Was fehlt, wird als Datenlücke benannt.

Zeugenbasis

hunderte protokollierte Meldungen, darunter Polizeibeamte

Herleitung: SOBEPS-Dokumentation (q1).

Datenlücke: Qualität der Einzelprotokolle sehr heterogen.

Sensorlage

F-16-Bordradar (mehrere kurze Aufschaltungen), Bodenradar teilweise

Herleitung: Luftwaffen-Auswertung (q2).

Datenlücke: Kein Sichtkontakt der Piloten; Rohdaten nur auszugsweise öffentlich.

Amtlicher Umgang

offene Kooperation der Luftwaffe mit ziviler Forschung

Herleitung: PK 1990, spätere De-Brouwer-Aussagen (q2).

Datenlücke: Keine abschließende amtliche Gesamtbewertung.

Belastete Beweise

ikonisches Foto als Fälschung gestanden

Herleitung: Geständnis 2011 (q3).

Datenlücke: Auswirkungen auf die Bewertung der Fotoanalysen der 1990er.

Ablauf des Ereignisses

  1. 29. Nov 1989, abends

    Im Raum Eupen melden u. a. zwei Gendarmen ein lautloses, dreieckiges Objekt mit drei hellen Scheinwerfern und rotem Blinklicht; im Laufe des Abends folgen dutzende weitere Meldungen. [1] [5]

  2. Winter 1989/90

    SOBEPS sammelt landesweit hunderte Sichtungsberichte; das Muster (lautloses Dreieck, langsame Flüge, abrupte Wendungen) wiederholt sich. [1]

  3. 30./31. März 1990, nachts

    Nach Radar- und Bodensichtmeldungen steigen zwei F-16 auf. Die Bordradare verzeichnen mehrere kurze Aufschaltungen mit anschließend registrierten extremen Geschwindigkeits- und Höhenwechseln; die Piloten erhalten keinen Sichtkontakt. [2] [5]

  4. 11. Juli 1990

    Die Luftwaffe stellt die Auswertung öffentlich vor und schließt konventionelle Erklärungen für einzelne Radarsequenzen nicht aus; De Brouwer spricht später von einem ungeklärten Kernbestand. [2]

  5. Juli 2011

    Der Urheber des berühmten „Petit-Rechain“-Dias von April 1990 gesteht die Fälschung (Styropor-Modell). [3]

Ort

Raum Eupen, Ostbelgien — interaktive Kartenansicht derzeit nicht verfügbar (schematische Ersatzgrafik, keine echte Weltkarte). Fallorte stehen als zugängliche Liste bereit.

Beteiligte

Zeugen

Organisationen

    Quellen & Medien

    Zu diesem Fall sind noch keine Medien mit belastbarer Provenienz dokumentiert.

    Quellenverzeichnis

    1. [1] Literatur Vague d’OVNI sur la Belgique (Band 1/2) SOBEPS (Société belge d’étude des phénomènes spatiaux), 1991/1994 · zeitgenössische Falldokumentation inkl. Zeugenprotokolle · Fundstellen (Seiten) bei Redaktionsprüfung ergänzen.
      abgerufen am 26.07.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    2. [2] Behördendokument Stellungnahmen und Pressekonferenz der belgischen Luftwaffe (Oberst/Generalmajor Wilfried De Brouwer) Belgische Luftwaffe, 1990 · amtliche Darstellung des F-16-Einsatzes · Archivfundstelle (PK 11.07.1990 inkl. Radaraufzeichnungs-Auswertung) bei Redaktionsprüfung ergänzen.
      abgerufen am 26.07.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    3. [3] Presse Geständnis zum „Petit-Rechain“-Foto belgische Medien (u. a. RTL Info), Juli 2011 · Fälschungsgeständnis des Fotografen · Konkrete Artikel-URL bei Redaktionsprüfung ergänzen.
      abgerufen am 26.07.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    4. [4] Literatur Sozialpsychologische/skeptische Analysen der Welle u. a. Jean-Michel Abrassart, belgische Skeptiker, 2010er · Gegenrecherche (Massenphänomen, Fehlwahrnehmungen) · Konkrete Fundstellen bei Redaktionsprüfung ergänzen.
      abgerufen am 26.07.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    5. [5] Presse Belgian UFO wave Wikipedia (englisch), abgerufen 26.07.2026 · Übersichtsdarstellung mit Belegapparat
      abgerufen am 26.07.2026

    Erklärungsansätze

    Konventionelle und ungeklärte Deutungen werden formal gleichrangig dokumentiert.

    Sozialpsychologische Welle + konventionelle Objekte (Hubschrauber, Flugzeuge, Planeten)

    Vertreten von: skeptische Forschung (u. a. Abrassart)

    Dafür: Viele Einzelmeldungen sind nachweislich konventionell erklärbar; mediale Verstärkung dokumentiert.

    Dagegen: Erklärt die zeitliche Häufung gleichartiger Dreiecksbeschreibungen unabhängiger Erstzeugen im November 1989 nur teilweise.

    teilweise gestützt

    Radar-Aufschaltungen der F-16 als Elektronik-/Ausbreitungsartefakte

    Vertreten von: Teile der Luftwaffen-Auswertung, spätere Analysen

    Dafür: Kurzzeitige Locks ohne Sichtkontakt; atmosphärische Bedingungen können Scheingeschwindigkeiten erzeugen.

    Dagegen: Mehrere Aufschaltungen in derselben Nacht und korrelierende Bodenmeldungen bleiben diskussionswürdig.

    diskutiert

    Unbekannte (ggf. militärische) Flugsysteme

    Vertreten von: zeitgenössische Spekulation

    Dafür: Dreiecksform passt zu damals gerüchteweise diskutierten Plattformen.

    Dagegen: Kein Betreiber je identifiziert; lautloses Schweben passt schlecht zu bekannter Technik der Zeit.

    offen

    Widersprüche & offene Fragen

    • Aussage A: Das Petit-Rechain-Foto galt über 20 Jahre als bestes Sachbeweisstück der Welle.

      Aussage B: 2011 gestand der Fotograf die Fälschung.

      Die Fälschung EINES Fotos widerlegt nicht die unabhängigen Sichtungsberichte, entzieht der Welle aber ihr ikonisches Bild.

    • Aussage A: Populäre Darstellungen nennen tausende Sichtungen.

      Aussage B: Belastbar dokumentiert (SOBEPS-Protokolle) sind einige hundert Meldungen.

      Zahlenangaben je Quelle sehr unterschiedlich — als Spannbreite führen.