24. Januar 1985, abends (Anfrage an die US-Botschaft am 28. Januar 1985) · Raum Wewak–Angoram (Provinz East Sepik) · PG
Nächtliche Überflüge über der Provinz East Sepik (Papua-Neuguinea, Januar 1985)
Zusammenfassung
Am Abend des 24. Januar 1985 gingen in Papua-Neuguinea mehrere Meldungen über unbekannte Flugerscheinungen ein, darunter schnell bewegte Lichter, Kondensstreifen und Geräusche. Ein Pilot der Air Niugini, der kurz zuvor in Wewak in Richtung Port Moresby gestartet war, gab an, sein Radar habe Flugzeuge erfasst, die in großer Höhe und mit hoher Geschwindigkeit von Süd nach Nord flogen; er selbst befand sich dabei über Angoram. In Wewak sollen sich Anwohner durch die Überflüge erschreckt haben; der Provinzpremier berief eine öffentliche Versammlung ein, an der auch der Premierminister teilnahm. Der nationale Nachrichtendienst NIO fragte am 28. Januar informell bei der US-Botschaft in Port Moresby nach, ob amerikanische Flugzeuge beteiligt gewesen seien. Die Botschaft antwortete nach Aktenlage und Rücksprache mit dem auf Guam stationierten 43SW, ihr seien keine B-52-Überflüge und keine US-Flugzeuge im Luftraum des Landes an diesem Tag bekannt, und bat das Pazifikkommando um Bestätigung. Die Depesche wurde 2026 vollständig freigegeben; eine Antwort oder abschließende Klärung enthalten die veröffentlichten Unterlagen nicht.
Evidenzprofil
Einzelfaktoren zur Dokumentationslage mit Herleitung — bewusst ohne Gesamtwertung. Was fehlt, wird als Datenlücke benannt.
Aktenlage
eine dreiseitige Depesche, 2026 vollständig freigegeben
Herleitung: q1.
Amtliche Bearbeitung
Nachrichtendienst NIO; US-Botschaft mit Rückfrage bei 43SW und Pazifikkommando
Herleitung: q1.
Datenlücke: Antwort des Pazifikkommandos nicht veröffentlicht.
Sensorik
Radar des Piloten (vermutlich Bordradar), nur laut weitergegebener Pilotenaussage
Herleitung: q1.
Datenlücke: Gerätetyp und Aufzeichnung unbekannt. Redaktioneller Hinweis (ungeprüft): Bordradare von Linienflugzeugen sind in der Regel Wetterradare.
Zeugenlage
Anwohner in Wewak, Meldungen aus mehreren Landesteilen, ein Linienpilot
Herleitung: q1.
Datenlücke: Keine Namen, Zahl der Meldungen unbekannt.
Ablauf des Ereignisses
24. Januar 1985, ca. 19:00 Uhr Ortszeit
Aus verschiedenen Landesteilen werden Kondensstreifen gemeldet, darunter ein einzelnes Flugzeug, das von Nord nach Süd zieht. [1]
24. Januar 1985, abends
Ein Air-Niugini-Pilot, kurz nach dem Start in Wewak auf dem Weg nach Port Moresby, gibt an, sein Radar habe Flugzeuge erfasst, die in großer Höhe und mit hoher Geschwindigkeit von Süd nach Nord flogen; er selbst befand sich dabei über Angoram (etwa 4° S, 144° O). [1]
24. Januar 1985, ca. 22:00 Uhr Ortszeit
Weitere Beobachter melden sechs bis acht Flugzeuge mit Kondensstreifen auf Süd-Nord-Kurs; dazu kommen Meldungen über schnell bewegte Lichter und Geräusche. [1]
zwischen 24. und 28. Januar 1985 (laut Kabel an einem Wochenende)
Ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes NIO in Wewak berichtet von verängstigten Anwohnern. Der Provinzpremier beruft eine öffentliche Versammlung ein, an der der Premierminister teilnimmt, der sich in seinem Wahlkreis aufhält. [1] [3]
28. Januar 1985
Das NIO fragt informell bei der US-Botschaft nach. Diese teilt nach Aktenlage und Rücksprache mit dem 43SW auf der Andersen Air Force Base (Guam) mit, ihr seien keine B-52-Überflüge und keine US-Flugzeuge im Luftraum bekannt, und bittet das Pazifikkommando um Bestätigung. Kopien gehen an das Außenministerium sowie die Botschaften in Canberra und Jakarta. [1] [4]
25. Februar 2026 / Mai 2026
Das US-Außenministerium gibt das Kabel vollständig frei; im Mai 2026 berichtet ABC Pacific über die veröffentlichten Unterlagen zu Papua-Neuguinea. [1] [2]
Ort
- Nächtliche Überflüge über der Provinz East Sepik (Papua-Neuguinea, Januar 1985)Raum Wewak–Angoram (Provinz East Sepik) · -3.80, 143.85 (±50 km)
Beteiligte
Zeugen
Organisationen
Quellen & Medien
Medien
85 Port Moresby 199: Papua New Guinea Inquiry Regarding Overflights
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- catalog.archives.gov · US-Botschaft Port Moresby / US Department of State · Lizenz: gemeinfrei (Werk der US-Bundesregierung, NARA RG 615)
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- US-Botschaft Port Moresby / US Department of State
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Quellenverzeichnis
- [1] Behördendokument 85 PORT MORESBY 199: Papua New Guinea Inquiry re Overflights — US-Botschaft Port Moresby / US Department of State (NARA, RG 615, Schlüssel 059UAP00009), 28.01.1985 (vollständig freigegeben 25.02.2026) · einzige Primärquelle: Meldungen vom 24.01.1985, Aussage des Air-Niugini-Piloten, Antwort der Botschaft · Gemeinfreies US-Regierungsdokument. Eine Kopie wird auch über war.gov verbreitet; deren Abruf scheiterte am 06.10.2026 (HTTP 403).abgerufen am 06.10.2026
- [2] Presse Released UFO files document 'sightings' in Papua New Guinea — ABC Pacific (Pacific Beat, Finau Fonua), 26.05.2026 · Medienecho auf die Freigabe 2026; fasst den Fall als Radarkontakt unbekannter Flugzeuge zusammenabgerufen am 06.10.2026
- [3] Presse Michael Somare — Wikipedia (englisch), abgerufen 06.10.2026 · Amtszeit als Premierminister (02.08.1982–21.11.1985) und Wahlkreis in East Sepik; Zuordnung des im Kabel ungenannten Premierministersabgerufen am 06.10.2026
- [4] Presse List of ambassadors of the United States to Papua New Guinea — Wikipedia (englisch), abgerufen 06.10.2026 · US-Botschafter Paul F. Gardner (im Amt 1984–1986); das Kabel ist mit „GARDNER“ gezeichnetabgerufen am 06.10.2026
Erklärungsansätze
Konventionelle und ungeklärte Deutungen werden formal gleichrangig dokumentiert.
Militärflugzeuge der USA (etwa B-52 von Guam)
Vertreten von: vom NIO als Möglichkeit erfragt
Dafür: Die Anfrage nennt ausdrücklich B-52-Überflüge; Kondensstreifen, große Höhe und mehrere Maschinen gleichzeitig würden zu Militärflugzeugen passen.
Dagegen: Die US-Botschaft verneinte nach Aktenlage und Rücksprache mit dem 43SW jeden US-Flug im Luftraum am 24.01.1985; die erbetene Bestätigung des Pazifikkommandos ist nicht veröffentlicht.
Flugzeuge eines anderen Staates oder nicht gemeldeter ziviler Verkehr
Vertreten von: redaktioneller Prüfansatz
Dafür: Kondensstreifen und Radarangabe sprechen eher für Flugzeuge als für Himmelskörper; das Kabel ging zur Information auch an die Botschaften in Canberra und Jakarta.
Dagegen: Keine Quelle benennt einen Staat oder Flug; Flugsicherungsdaten wurden nicht veröffentlicht, und die Richtungsangaben der Zeugen gelten selbst im Kabel als unsicher.
Natürliche oder raumfahrtbezogene Lichterscheinung (Feuerkugel, wiedereintretendes Objekt)
Vertreten von: redaktioneller Prüfansatz
Dafür: Schnell bewegte Lichter mit Geräusch werden bei hellen Meteoren und Wiedereintritten häufig von vielen Menschen gleichzeitig gemeldet.
Dagegen: Mehrere Meldungen im Abstand von Stunden, Kondensstreifen und eine Radarangabe passen schlecht zu einem Einzelereignis; ein Abgleich mit Meteor- oder Wiedereintrittsdaten ist nicht dokumentiert.
Widersprüche & offene Fragen
Aussage A: ein Flugzeug von Nord nach Süd gegen 19 Uhr (q1)
Aussage B: sechs bis acht Flugzeuge von Süd nach Nord gegen 22 Uhr; Radar ebenfalls Süd–Nord (q1)
Das Kabel räumt selbst ein, die Quellen seien sich der Flugrichtungen nicht sicher.
Aussage A: NIO misst der Pilotenmeldung „einige“ Glaubwürdigkeit bei (q1)
Aussage B: Botschaft: die erhaltenen Informationen seien sehr lückenhaft (q1)
Bewertungen derselben Meldung durch zwei Stellen; Rohdaten liegen nicht vor.
Aussage A: Deckblatt der Freigabe: Empfänger „USCINCLANT“, Dringlichkeit „ROUTINE“ (q1)
Aussage B: Telegrammkopf: an USCINCPAC Honolulu, Dringlichkeit „IMMEDIATE“ (q1)
Vermutlich ein Erfassungsfehler bei der Freigabe 2026; der Text richtet sich eindeutig an das Pazifikkommando (J3 und POLAD).
Aussage A: ABC 2026: unbekannte Flugzeuge auf Radar erfasst (q2)
Aussage B: Kabel: nur mittelbar über das NIO weitergegebene Aussage eines Piloten (q1)
Die verkürzte Medienfassung stellt den Radarkontakt sicherer dar, als die Primärquelle es tut.