Zum Inhalt springen
UAPpedia

19. Februar bis 25. März 1968 (Trümmerfall bei Pokhara am Abend des 25. März) · Batulechaur bei Pokhara (Fundort, ungefähre Lage) · NP

Himalaya-Sichtungen und Trümmerfund bei Pokhara (Nepal, 1968)

Status: von der CIA gemeldet, Trümmer 1968 von einem US-Team untersucht und später in den USA analysiert — teilweise einem sowjetischen Wiedereintritt (möglicherweise Kosmos 208) zugeordnet; Laborbericht unveröffentlicht [2]Bearbeitungsstand: Redaktionell geprüftbehoerdenakteus-dokumentciaraumfahrtschrottwrackteilmoon-dust

Zusammenfassung

Zwischen dem 19. Februar und dem 25. März 1968 wurden entlang des Himalaya von Ladakh über Nepal und Sikkim bis Bhutan mehrere helle, teils von donnerartigen Knallen begleitete Himmelserscheinungen gemeldet. Am Abend des 25. März zerfiel über dem Distrikt Kaski ein blinkendes, leuchtendes Objekt; nahe Pokhara fanden Bewohner Metallteile, darunter ein großes, laut CIA-Bericht scheibenförmiges Stück. Die CIA fasste die Meldungen in einem vertraulichen Informationsbericht vom 11. April 1968 zusammen. Das State Department und die Luftwaffe interessierten sich für die Trümmer, weil sie von einem chinesischen Raketentest oder einer sowjetischen Trägerrakete stammen konnten. Ein US-Team untersuchte die Teile im August 1968 in Nepal und hielt einige für sowjetisch, möglicherweise von Kosmos 208, der in der Nacht des 25. März wieder eingetreten sei. Ein Fragment wurde später in die USA gebracht, beprobt und im März 1972 restauriert nach Nepal zurückgeschickt.

Evidenzprofil

Einzelfaktoren zur Dokumentationslage mit Herleitung — bewusst ohne Gesamtwertung. Was fehlt, wird als Datenlücke benannt.

Amtliche Bearbeitung

CIA-Informationsbericht; State Department, DIA und Luftwaffe (MOON DUST)

Herleitung: q1, q3, q5, q6.

Erklärungsstand

vorläufige Zuordnung zu Kosmos 208, durch den Satellitenkatalog gestützt

Herleitung: q2, q11.

Physische Spuren

Metallteile an mehreren Fundorten bei Pokhara, von einem US-Team untersucht, eine Probe in den USA analysiert

Herleitung: q2, q4, q5, q8.

Datenlücke: Analyseergebnisse nicht veröffentlicht; Verbleib des Fragments unbekannt.

Zeugenlage

Bewohner und Beobachter an mehreren Orten entlang des Himalaya; Augenzeugen in Pokhara 2024 erneut befragt

Herleitung: q1, q7, q8, q9.

Datenlücke: Wer der CIA berichtete, geht aus den Pressewiedergaben nicht hervor.

Ablauf des Ereignisses

  1. 19. und 21. Februar 1968, abends

    Am 19. Februar gegen 21 Uhr zieht ein schnelles, helles Objekt über Orte in Sikkim und über Olangchung Gola und Ghunsa im Osten Nepals, mancherorts folgt Donnergrollen. Am 21. Februar gegen 21:30 Uhr sieht man über Thimphu in Bhutan ein lautloses, bläuliches Objekt, das die Umgebung erhellt. [7] [8]

  2. 4. März 1968, gegen 13 Uhr

    In Ladakh (Chang La, Fukche, Koyul) werden ein weißes Licht mit zwei Knallen sowie ein rötliches Licht gemeldet, das sich von Osten nach Westen bewegt, gefolgt von weißem Rauch. [8]

  3. 25. März 1968, gegen 20:15 Uhr

    Über dem Distrikt Kaski zerfällt ein blinkendes, leuchtendes Objekt unter lautem Donner. Bei Batulechaur, Talakot und Turepasal nahe Pokhara werden Metallteile gefunden. Am selben Tag melden Beobachter in Ladakh ein raketenähnliches Objekt mit Leuchtspur in Richtung Demchok. [7] [8] [9]

  4. 11. April 1968

    Die CIA verbreitet einen vertraulichen Informationsbericht über die Sichtungen in Ladakh, Nepal, Sikkim und Bhutan. [1] [7]

  5. Juni bis August 1968

    Im State Department wird das Interesse der Luftwaffen-Abteilung für Auslandstechnik an den Fragmenten erörtert. Ein US-Team untersucht die Teile mit Erlaubnis Nepals; am 26. August tragen Botschafter und Techniker dem nepalesischen Außenstaatssekretär vor, sie stammten nicht aus den USA, einige womöglich von Kosmos 208, andere von einem anderen Objekt. Indien und China haben die Teile nur fotografiert. [2] [3]

  6. August 1971 bis März 1972

    Nepal erlaubt die Entnahme eines Streifens, wenn das Fragment äußerlich unversehrt zurückkommt. Nach der Auswertung in den USA wird es im Rahmen der Aktion MOON DUST restauriert und um den 10. März 1972 nach Kathmandu zurückgeflogen. [4] [5] [6]

Ort

Batulechaur bei Pokhara (Fundort, ungefähre Lage) — vereinfachte Weltkarte (Natural Earth). Die interaktive Karte mit Zoom lädt nach Ihrer Zustimmung oben; alle Fallorte stehen zusätzlich als Liste bereit.

Beteiligte

Zeugen

Organisationen

    Quellen & Medien

    Medien

    2015-02-07 View of Pokhara 1
    Provenienz:
    Wikimedia Commons · Alexkom000 · Lizenz: CC BY 4.0
    Urheber:
    Alexkom000
    Lizenz:
    CC BY 4.0
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    64c34fff683fd7ad7131eaf0fbdde49f…

    KATHMANDU 4685: Space Debris in Nepal (28.08.1968)

    Dokument herunterladen ↓
    Provenienz:
    nsarchive.gwu.edu · US-Botschaft Kathmandu, Department of State (NARA RG 59); Scan: National Security Archive · Lizenz: Public Domain (Werk der US-Bundesregierung, 17 U.S.C. § 105); Scan mit Deckblatt des National Security Archive
    Urheber:
    US-Botschaft Kathmandu, Department of State (NARA RG 59); Scan: National Security Archive
    Lizenz:
    Public Domain (Werk der US-Bundesregierung, 17 U.S.C. § 105); Scan mit Deckblatt des National Security Archive
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    55225a6d7aa7adbede9ab9eacfc47aaf…

    MOON DUST/Space Fragments: Nepal (01.03.1972)

    Dokument herunterladen ↓
    Provenienz:
    nsarchive.gwu.edu · US Department of State (NARA RG 59); Scan: National Security Archive · Lizenz: Public Domain (Werk der US-Bundesregierung, 17 U.S.C. § 105); Scan mit Deckblatt des National Security Archive
    Urheber:
    US Department of State (NARA RG 59); Scan: National Security Archive
    Lizenz:
    Public Domain (Werk der US-Bundesregierung, 17 U.S.C. § 105); Scan mit Deckblatt des National Security Archive
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    8fa43ea30b0de19b5272d18b0bcf0b7a…

    Quellenverzeichnis

    1. [1] Behördendokument Sighting of Unidentified Flying Objects in Ladakh, Nepal, Sikkim and Bhutan (Information Report) — Central Intelligence Agency (CIA), 11.04.1968 (Freigabe 02.04.2001, online seit 2017) · Sammelbericht über die Sichtungen vom 19.02. bis 25.03.1968 und den Fund bei Pokhara · Nicht selbst eingesehen: der CIA-Leseraum lieferte bei jedem Abruf nur die Startseite. Inhalt über q7, q8, q9. Kennung laut Suchergebnis CIA-RDP81R00560R000100070007-8, nicht verifiziert.
      abgerufen am 06.10.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    2. [2] Behördendokument KATHMANDU 4685: Space Debris in Nepal — US-Botschaft Kathmandu an das State Department; NARA RG 59 (Central Foreign Policy Files 1967–69, Box 3029); Scan: National Security Archive, 28.08.1968 · Ergebnis des US-Teams: nicht US-amerikanisch, teils wohl sowjetisch (möglicherweise Kosmos 208); Teile womöglich von einem zweiten Objekt; Interesse Indiens und Chinas · Gescanntes Fernschreiben, visuell gelesen.
      abgerufen am 06.10.2026
    3. [3] Behördendokument Memorandum „Space Fragment in Nepal“ (Jerry C. Trippe an Mr. Farley) — US Department of State, Büro G/PM; Scan: National Security Archive, 25.06.1968 · Foreign Technology Division der Luftwaffe hält die Fragmente für wertvoll: chinesischer Raketentest oder sowjetische Trägerrakete
      abgerufen am 06.10.2026
    4. [4] Behördendokument KATHMANDU 2833: Space Fragments: Nepal — US-Botschaft Kathmandu an das State Department; Scan: National Security Archive, 12.08.1971 · Nepals Außenstaatssekretär erlaubt die Entnahme einer Probe gegen Rückgabe des Fragments
      abgerufen am 06.10.2026
    5. [5] Behördendokument STATE: MOON DUST/Space Fragments: Nepal (Joint State/Defense Message) — US Department of State an die Botschaft Kathmandu (nachrichtlich SECDEF, DIA, FTD, 1127th USAF Field Activities Group); Scan: National Security Archive, 01.03.1972 · restauriertes Fragment wird um den 10.03.1972 nach Kathmandu zurückgeflogen
      abgerufen am 06.10.2026
    6. [6] Literatur Scavenging for Intelligence: The U.S. Government's Secret Search for Foreign Objects during the Cold War — National Security Archive, Electronic Briefing Book (Hrsg. James E. David), 31.01.2018 · Einordnung in die Bergung fremder Raumfahrttrümmer; Kurzbeschreibungen der vier Nepal-Dokumente
      abgerufen am 06.10.2026
    7. [7] Presse UFOs over Nepal? CIA had reported two sightings 49 years ago — The Himalayan Times, 28.01.2017 · Wiedergabe des CIA-Berichts für Nepal (19.02. Taplejung, 25.03. Kaski), Freigabedatum 2001
      abgerufen am 06.10.2026
    8. [8] Presse Declassified CIA documents reveal 6 UFO sightings in India, Nepal and Bhutan — International Business Times India (Aditya Bhat), 29.01.2017 · Einzelheiten aller sechs Meldungen (Sikkim, Bhutan, Ladakh, Nepal) mit Orten und Uhrzeiten
      abgerufen am 06.10.2026
    9. [9] Presse UFO over Pokhara — Nepali Times (Durga Rana Magar), 07.12.2024 · Ortsrecherche: Uhrzeit 20:15 Uhr, Fundorte, Erinnerungen von Augenzeugen, Deutungen · Namen der befragten Privatpersonen bewusst nicht übernommen.
      abgerufen am 06.10.2026
    10. [10] Presse General Catalog of Artificial Space Objects — Satellite Catalog (satcat.tsv) — Jonathan C. McDowell (planet4589.org), Stand 02.10.2026, abgerufen 06.10.2026 · Kosmos 208 (Start 21.03.1968), Oberstufe Blok-I (1968-022B) wiedereingetreten am 25.03.1968; weitere sowjetische Raketenstufen am 20.02. und 04.03.1968 · Wiedereintrittsdaten nur tagesgenau; Bahnen nicht geprüft.
      abgerufen am 06.10.2026
    11. [11] Presse UFO sightings in Nepal — Wikipedia (englisch), abgerufen 06.10.2026 · Überblick; verweist auf CIA-Bericht, Kathmandu Post (2019) und K. D. Randle, „Project Moon Dust“
      abgerufen am 06.10.2026

    Erklärungsansätze

    Konventionelle und ungeklärte Deutungen werden formal gleichrangig dokumentiert.

    Wiedereintritt der sowjetischen Raketenstufe von Kosmos 208

    Vertreten von: US-Untersuchungsteam und Botschaft Kathmandu (August 1968)

    Dafür: Das Team stützte sich auf Untersuchung und Bahnverfolgungsdaten; im Satellitenkatalog ist für die Oberstufe von Kosmos 208 der Wiedereintritt am 25.03.1968 verzeichnet (q11).

    Dagegen: Das Team legte sich nicht endgültig fest und hielt einige Teile für Reste eines anderen Objekts; der Laborbericht aus den USA ist nicht veröffentlicht.

    teilweise gestützt

    Trümmer eines chinesischen Raketentests

    Vertreten von: Foreign Technology Division der US-Luftwaffe (1968) als Möglichkeit; Nepal wollte einen chinesischen Ursprung klären

    Dafür: Nähe zu Tibet; laut Botschaft war eine Unterscheidung schwierig, weil sowjetische Raketentechnik die chinesische stark geprägt hatte.

    Dagegen: Das Team neigte 1968 zu einem sowjetischen Ursprung; chinesische Startdaten liegen nicht vor.

    diskutiert

    Absturz eines US-Flugzeugs

    Vertreten von: Spekulation eines nepalesischen Fotoarchivars (Nepali Times, 2024)

    Dafür: Erklärt nach seiner Lesart das große Interesse der USA an den Teilen.

    Dagegen: Das US-Team erklärte 1968 eindeutig, die Teile stammten nicht aus den USA; für einen Absturz gibt es keinen Beleg.

    diskutiert

    Weitere Wiedereintritte für die übrigen Sichtungen (redaktioneller Prüfansatz)

    Vertreten von: redaktioneller Prüfansatz von uappedia

    Dafür: Der Satellitenkatalog verzeichnet Wiedereintritte sowjetischer Raketenstufen am 20.02. und 04.03.1968 (q11), nahe den Meldungen aus Sikkim, Nepal und Ladakh.

    Dagegen: Die Daten sind nur tagesgenau, Bahnen und Uhrzeiten sind nicht abgeglichen; für die Meldung aus Bhutan vom 21.02. fehlt ein Kandidat.

    offen

    Widersprüche & offene Fragen

    • Aussage A: CIA-Bericht: großes metallisches, scheibenförmiges Objekt, sechs Fuß Basis, vier Fuß hoch, in einem Krater (q7, q8)

      Aussage B: Augenzeugen 2024: schwarzes Metallblech von etwa 2 × 1 Metern mit abgerundeten Ecken, wie ein Deckel (q9)

      Die Erinnerungen stammen aus über 55 Jahren Abstand; womöglich betreffen die Angaben verschiedene Fundstücke.

    • Aussage A: Nepali Times: Fragment in die USA verschifft, Rückgabe unwahrscheinlich (q9)

      Aussage B: State Department 1972: restauriertes Fragment wird nach Kathmandu zurückgeflogen (q5)

      q9 zitiert dasselbe Fernschreiben von 1972, liest es aber als Versand in die USA; der Wortlaut spricht für eine Rückgabe. Wo das Stück heute ist, ist unbekannt.

    • Aussage A: ein einziges Objekt (Kosmos 208) in der Nacht des 25. März

      Aussage B: einige Teile womöglich von einem anderen Objekt, an einem anderen Tag gefallen (q2)

      Die Mischung der Fundstücke ist bis heute nicht aufgeklärt.