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Mitte/Ende April 2004 (Beginn unsicher; Hauptwelle Ende April), weitere Meldungen bis Ende Dezember 2004 · Iran, mehrere Orte (Teheran, Nordwesten, Kaspisches Meer; später Arak und Buschehr) · IR

Lichtermeldungen über Iran und seinen Atomanlagen (2004)

Status: kein veröffentlichter Untersuchungsbericht; Dezember-Meldungen laut iranischem Beamten von der Luftwaffe als US-Drohnen identifiziert, Frühjahrsmeldungen umstritten (Venus, Drohnen) [3]Bearbeitungsstand: Redaktionell geprüftwelleluftwaffeabfangeinsatzpressevenus-hypothesedrohnen-hypotheseatomanlagen

Zusammenfassung

Ende April 2004 meldeten Menschen in mehreren nord- und nordwestiranischen Städten leuchtende Objekte mit farbigen Strahlen, und das Staatsfernsehen zeigte eine funkelnde weiße Scheibe über Teheran. Ein Reporter der Agentur IRNA filmte nach einem Zeitungsbericht bei Bilesavar ein Objekt rund 90 Minuten lang. Der Vorsitzende der iranischen Astronomischen Gesellschaft führte die Sichtungen auf die besonders helle Venus zurück, während ein Offizier der Revolutionsgarden eine Prüfung durch den Nationalen Sicherheitsrat forderte. Im Laufe des Jahres stellte die Luftwaffe nach Angaben eines Luftfahrtjournalisten einen Verband zum Schutz der Atomanlagen auf, und im November 2004 soll eine F-14 bei Arak ein leuchtendes Objekt verfolgt haben. Die Washington Post berichtete im Februar 2005 unter Berufung auf US-Beamte über Drohnenflüge seit dem Frühjahr 2004 und führte die UFO-Meldungen vom Dezember auf diese Drohnen zurück. Ob alle Meldungen des Jahres so zu erklären sind, ist offen.

Evidenzprofil

Einzelfaktoren zur Dokumentationslage mit Herleitung — bewusst ohne Gesamtwertung. Was fehlt, wird als Datenlücke benannt.

Amtliche Bearbeitung

keine veröffentlichte Untersuchung; nur Einzelstellungnahmen

Herleitung: q1, q2, q3.

Kontext

Streit um das iranische Atomprogramm, US-Aufklärungsflüge ab April 2004

Herleitung: q3.

Sensordaten

laut RIA keine Radarverletzungen; Radaraufschaltung bei Arak nur journalistisch überliefert

Herleitung: q2, q5.

Zeugenlage

zahlreiche Laienmeldungen, ein Reporter mit Filmaufnahme, ein Pilotenbericht (indirekt)

Herleitung: q1, q2, q5.

Datenlücke: Keine Primäraussagen der Piloten veröffentlicht.

Ablauf des Ereignisses

  1. Woche vor dem 30. April 2004 (laut BBC)

    Ein IRNA-Reporter beobachtet nach einem Bericht der Zeitung Hambastegi bei Bilesavar im Norden etwa 90 Minuten lang ein Objekt und filmt es; es soll kugelförmig mit zwei Armen gewesen sein. [2]

  2. 27. April 2004 (Dienstagabend)

    Das Staatsfernsehen zeigt eine funkelnde weiße Scheibe über Teheran. Zeitungen und Agenturen berichten, in acht Städten seien Menschen auf die Straßen gegangen; IRNA meldet aus Tabriz, Ardabil und Golestan Objekte mit grünen, roten, blauen und violetten Strahlen. [1] [2]

  3. 28.–30. April 2004

    Sa'dollah Nasiri-Qeydari (Astronomische Gesellschaft) hält die Meldungen für vereinbar mit der Venus; ein Luftwaffenoffizier der Revolutionsgarden fordert eine Prüfung durch den Nationalen Sicherheitsrat. Laut RIA registrierte das Radar keine Luftraumverletzungen. [1] [2]

  4. 2004 (Monat offen)

    Zum Schutz der Atomanlagen stellt die Luftwaffe laut Taghvaee einen Verband aus je acht F-4E und F-14 sowie einer Boeing 707 und einer C-130 als Führungs- und Sensorplattformen auf. [4] [5] [6]

  5. November 2004

    Eine F-14A sichtet nahe der Schwerwasseranlage Arak ein leuchtendes kugelförmiges Objekt; nach der Radaraufschaltung soll es beschleunigt haben und verschwunden sein. [4] [5]

  6. Ende Dezember 2004

    Anwohner am Kaspischen Meer und an der Grenze zum Irak melden rote Blitze, grüne und blaue Streifen und tief rasende Lichter; die Zeitung Etemaad berichtet am 25. Dezember über wiederholte Flugobjekte am Himmel von Buschehr. Die Raumfahrtbehörde wird eingeschaltet, russische Fachleute werden hinzugezogen. [3]

  7. Januar/Februar 2005

    Laut einem iranischen Beamten identifiziert die Luftwaffe Anfang Januar Drohnen; der Nationale Sicherheitsrat beschließt, sie nicht anzugreifen. Die Washington Post berichtet am 13. Februar nach Angaben von US-Beamten über Drohneneinsätze seit April 2004 und schreibt, Zivilisten hätten die Drohnen zuerst gesehen. [3]

Ort

Iran, mehrere Orte (Teheran, Nordwesten, Kaspisches Meer; später Arak und Buschehr) — vereinfachte Weltkarte (Natural Earth). Die interaktive Karte mit Zoom lädt nach Ihrer Zustimmung oben; alle Fallorte stehen zusätzlich als Liste bereit.

Beteiligte

Zeugen

Organisationen

    Quellen & Medien

    Medien

    Beautiful Twilight with the planet Venus setting after the sun
    Provenienz:
    Wikimedia Commons · Estherkmugarura (Wikimedia Commons) · Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Urheber:
    Estherkmugarura (Wikimedia Commons)
    Lizenz:
    CC BY-SA 4.0
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
    84ea7183d24fcaf9eb4901106959016a…
    Bushehr Nuclear Plant
    Provenienz:
    Wikimedia Commons · Hossein Heidarpour (Wikimedia Commons) · Lizenz: CC BY-SA 4.0
    Urheber:
    Hossein Heidarpour (Wikimedia Commons)
    Lizenz:
    CC BY-SA 4.0
    Rechtestatus:
    lizenziert
    sha256:
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    Quellenverzeichnis

    1. [1] Presse UFO fever grips Iran — Reuters (Christian Oliver), Wiedergabe bei NBC News, 28.04.2004 · Sichtungen in Tabriz, Ardabil und Golestan, Fernsehbilder über Teheran, Venus-Deutung, Forderung der Revolutionsgarden
      abgerufen am 06.10.2026
    2. [2] Presse Iran starstruck by UFO phenomenon — BBC News, 30.04.2004 · IRNA-Aufnahme bei Bilesavar (nach der Zeitung Hambastegi), Venus-Deutung, keine Radarverletzungen laut RIA
      abgerufen am 06.10.2026
    3. [3] Presse U.S. uses drones to probe Iran for nukes — The Washington Post (Dafna Linzer), Wiedergabe bei NBC News, 13.02.2005 (NBC-Wiedergabe 12.02.2005, US-Ostküstenzeit) · US-Beamte bestätigen Drohnenflüge; Zuordnung der UFO-Meldungen zu Drohnen; Etemaad-Artikel vom 25.12.2004; Beschluss, nicht einzugreifen
      abgerufen am 06.10.2026
    4. [4] Presse Beitrag über Abfangeinsätze der iranischen Luftwaffe gegen „leuchtende Objekte“ — Combat Aircraft Monthly (Babak Taghvaee), Ausgabe Oktober 2013 · Hauptquelle zum Schutzverband 2004 und zum Abfangversuch bei Arak · Nicht selbst eingesehen (Printmagazin); Inhalt nur über q5 und q6 bekannt.
      abgerufen am 06.10.2026keine Online-Fundstelle hinterlegt
    5. [5] Presse Iranian F-14s vs UFOs: urban legend or weird drones in action over Iranian nuclear plants? — The Aviationist (Dario Leone), 10.11.2013 · Zusammenfassung des Taghvaee-Beitrags mit Details zum Arak-Einsatz und kritischer Einordnung
      abgerufen am 06.10.2026
    6. [6] Presse Iranian F-14s Once Battled UFOs — Trench Art (David Axe), 24.05.2025 · Zusammensetzung des Schutzverbands 2004; Einordnung der Drohnen-These
      abgerufen am 06.10.2026
    7. [7] Presse UFO sightings in Iran — Wikipedia (englisch), abgerufen 06.10.2026 · Überblick; nennt den Zeitraum 12.–21. April 2004 nach einer Amateurdatenbank
      abgerufen am 06.10.2026

    Erklärungsansätze

    Konventionelle und ungeklärte Deutungen werden formal gleichrangig dokumentiert.

    Planet Venus

    Vertreten von: Sa'dollah Nasiri-Qeydari, Vorsitzender der Astronomischen Gesellschaft Irans

    Dafür: Ende April 2004 stand die Venus kurz vor ihrem größten Glanz (etwa −4,4 mag) rund 37 Grad hoch im Westen der Abenddämmerung (Nachrechnung mit PyEphem); die Atmosphäre kann ihr Licht farbig flackern lassen.

    Dagegen: Erklärt keine schnell bewegten Objekte, keine 90-minütige Filmaufnahme eines Objekts mit Armen und nicht die späteren Meldungen bei Atomanlagen.

    teilweise gestützt

    US-Aufklärungsdrohnen

    Vertreten von: Washington Post nach US- und iranischen Beamten; Babak Taghvaee (Combat Aircraft)

    Dafür: US-Beamte bestätigten Drohnenflüge ab April 2004; laut Washington Post führten die Flüge im Frühjahr zu verstärktem Schutz der Anlagen in Isfahan und Buschehr, und die Luftwaffe identifizierte im Januar 2005 Drohnen.

    Dagegen: Die bei Taghvaee beschriebenen Fähigkeiten (Schweben, extreme Geschwindigkeit, Radarstörung) passen laut Leone und Axe zu keiner bekannten Drohne; laut RIA gab es im April keine Radarverletzungen.

    teilweise gestützt

    Natürliche Phänomene und Medienwelle

    Vertreten von: von der BBC zitierte Wissenschaftler (ohne Namen)

    Dafür: Nach den ersten Fernsehbildern stieg die Zahl der Meldungen stark; viele Zeugen waren laut Nasiri-Qeydari Laien.

    Dagegen: Für einzelne Meldungen, etwa die Arak-Verfolgung, wird keine natürliche Ursache benannt.

    diskutiert

    Nicht identifizierte, möglicherweise feindliche Flugobjekte

    Vertreten von: Offizier der Luftwaffe der Revolutionsgarden (ohne Namen)

    Dafür: Meldungen aus mehreren Landesteilen und nahe sensibler Anlagen.

    Dagegen: Es liegen keine veröffentlichten Messdaten vor; die Angaben zu Abfangeinsätzen stammen aus einer einzigen journalistischen Quelle.

    offen

    Widersprüche & offene Fragen

    • Aussage A: Iranischer Astronom: Die Frühjahrsmeldungen passen zur Venus (q1, q2)

      Aussage B: Washington Post: Die Drohnenflüge im Frühjahr 2004 hätten zu verstärktem Schutz in Isfahan und Buschehr geführt, wo Anwohner zuerst UFOs meldeten (q3)

      Beide Deutungen können für verschiedene Meldungen zutreffen; Meldungen schnell bewegter Objekte mit farbigen Strahlen passen schlecht zur Venus.

    • Aussage A: RIA: Militär- und Zivilradar ohne Luftraumverletzungen (q2)

      Aussage B: US-Beamte: Drohnenflüge über Iran seit April 2004 (q3)

      Entweder wurden die Drohnen nicht erfasst, flogen anderswo, oder die Radarangabe bezog sich nur auf die Lichtermeldungen.

    • Aussage A: Washington Post: Der Nationale Sicherheitsrat beschloss Anfang 2005, die Drohnen nicht anzugreifen (q3)

      Aussage B: Taghvaee: Abfangversuche mit F-14 und F-4E samt Radaraufschaltung bereits 2004 (q4, q5)

      Die Angaben betreffen verschiedene Zeitpunkte; ob es den Arak-Einsatz so gab, ist nur journalistisch überliefert.

    • Aussage A: BBC: IRNA-Aufnahme in der Woche vor dem 30.04.2004 (q2)

      Aussage B: Amateurdatenbank laut Wikipedia: Sichtungen 12.–21. April 2004 (q8)

      Die Datenbank wurde nicht geprüft; der Beginn der Welle bleibt unsicher. Das Startdatum des Eintrags folgt der BBC-Angabe.